Untersuchung · 29. Juli 2026

Wenn eine KI bei Würth einkaufen soll

12 protokollierte Einkaufsversuche über vier Szenarien.
Was der Agent findet, was er nicht öffnen kann — und was er stattdessen erzählt.

Das Ergebnis in einem Satz

Die KI findet die richtige Produktseite bei Würth — und kann sie kein einziges Mal öffnen.

13 von 13 Seitenabrufen auf wuerth.de werden abgewiesen. Im selben Einkaufsvorgang gelingen 27 von 36 Abrufen auf anderen Domains.

Drei Kennzahlen

2,3/5
Durchschnittlich erreichte Stufe auf dem Weg zum Kauf
5 = Artikel liegt im Warenkorb
67%
der KI-Zugriffsarten dürfen die Produktseite lesen
8 von 12 geprüften Kennungen
0/3
Würth-Nennungen, wenn die Frage die Marke nicht enthält
Szenario „Ich brauche einen Akku-Bohrschrauber“

Der Beleg

Dieselbe KI. Derselbe Lauf. Zwei Ergebnisse.

wuerth.de
0 %
0 von 13 Abrufen gelungen
alle anderen Domains
75 %
27 von 36 Abrufen gelungen

Der Wettbewerber lässt sich lesen, Preisportale lassen sich lesen, Foren lassen sich lesen. Es liegt nicht an der KI.

Wie weit kommt die KI?

Alles oder nichts — dazwischen passiert nichts.

3
0nicht
erwähnt
1nur die
Marke
2nicht kaufbare
Seite
9
3Produktseite,
kein Preis
4Preis korrekt,
kein Warenkorb
5Warenkorb
erreicht

Entweder Würth kommt gar nicht vor, oder der Agent erreicht die Produktseite und dann keinen Schritt weiter. Stufe 5 ist baulich unerreichbar: ohne Gastbestellung gibt es keinen Warenkorb-Pfad.

Szenario 1 · ohne Markennennung

Fragt man nach dem Produkt statt nach Würth, kommt Würth nicht vor.

0 von 3

Läufen erwähnen Würth überhaupt.

Empfohlen wurde stattdessen

  • Bosch
  • Milwaukee
  • Contorion
  • Makita
  • Festool

Die KI sucht nach Herstellermarken und wählt anschliessend einen Händler. Würth ist beides in einem — und fällt durch beide Raster.

Warum das passiert

Würth steht im Index. Nur mit der falschen Seite.

Was gefunden wird

Kategorie­seite

kein Preis · keine Artikelnummer · kein konkretes Gerät

Was die KI braucht

Produktseite

Preis · Artikelnummer · Verfügbarkeit

Was passiert

verworfen

Ein Wettbewerbsangebot mit Preis gewinnt den Vergleich

Das ist ein anderes Problem als „wird nicht gefunden“ — und braucht eine andere Antwort: nicht mehr Reichweite, sondern die richtige Seitenebene.

Die unterschätzte Nebenwirkung

Ist der deutsche Shop zu, nimmt die KI einen anderen Würth.

Herangezogene Würth-Gesellschaften

  • eshop.wuerth-industrie.com
  • eshop.wuerth.at
  • eshop.wuerth-aerospace.com
  • eshop.wuerth.it
  • eshop.wuerth-ag.ch

Weitere Quellen

  • ebay.de
  • billiger.de
  • bueromarkt-ag.de
  • ebay.com

Andere Sortimente, andere Artikelnummern, andere Preise — für deutsche Kundinnen und Kunden nicht gültig.

Die Angabe wirkt trotzdem vertrauenswürdig, weil „Würth“ darübersteht. Falsche Preise mit dem eigenen Markennamen sind schlechter als gar keine.

Was ausdrücklich für Würth spricht

Wo die KI Würth erreicht, gibt sie Würth korrekt wieder.

  • Artikelnummern stimmen. In allen Kaufaufträgen wurden die geprüften Nummern korrekt genannt — keine erfundenen Kernnummern.
  • Die KI rät nicht. Fehlende Preise werden ausdrücklich als nicht belegbar gekennzeichnet, statt geschätzt zu werden.
  • Die Darstellung ist sachlich. Eine unabhängige Zweitbewertung stuft die Tonalität durchgehend als neutral bis positiv ein.
  • Auf der Domain funktioniert die Auffindbarkeit. Wird die KI auf wuerth.de geschickt, findet sie die richtigen Produktseiten — sie kommt nur nicht hinein.

Ansatzpunkte

Vier Hebel — drei davon sind reine Konfiguration.

  1. Antwortende Zugriffe durchlassen. Die Kennungen, die live antworten, vom Bot-Management ausnehmen — getrennt von denen, die Trainingsdaten sammeln. Aktuell abgewiesen: GPTBot, ClaudeBot, Applebot-Extended, meta-externalagent, Bytespider.
  2. Produktseiten in den Index bringen. Solange Kategorieseiten ranken, gewinnt jedes Wettbewerbsangebot mit Preis den Vergleich.
  3. Preis und Artikelnummer server-seitig ausliefern. Auf der geprüften Seite steht der Preis bereits im Markup — er erreicht den Agenten nur nicht.
  4. Landesshops entkoppeln. Damit deutsche Anfragen nicht mit Preisen aus Österreich oder Italien beantwortet werden.

Methodik und Grenzen

Was diese Zahlen nicht hergeben.

So wurde gemessen

  • 12 Einkaufsversuche und 165 Zugriffsmessungen (Kennung × Seite), höchstens ein Abruf alle zwei Sekunden je Domain
  • Jeder Abruf mit echter Kontaktadresse — kein Umgehen von Schutzmechanismen
  • Abbruchstufe rein regelbasiert; Zweitmeinung stimmt in 10 von 12 Läufen überein
  • Preis und Artikelnummer manuell im Browser gegengeprüft

Grenzen

  • 12 Läufe sind eine Stichprobe, keine Statistik — die Streuung ist hoch (2 bis 26 Suchanfragen für denselben Auftrag)
  • Ein Produkt, ein Anbieter, Schnittstelle statt Consumer-App
  • Eine gesendete Kennung ist keine Identität — belastbar ist nur der direkte Vergleich
  • Warum ein Abruf abgewiesen wird, nennt die Meldung nicht. Wir schreiben „abgewiesen“, nicht „blockiert von …“

Der Agent scheitert nicht an Würths Produkten. Er scheitert an der Tür.

Alle Rohdaten, Transkripte und Regeln sind im begleitenden Bericht nachvollziehbar dokumentiert.

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